Heizen mit Holz und saubere Luft

Vortragender: Dr. Andreas Kalisch
Dr. Andreas Kalisch (Referent) vom Fraunhofer IBP sieht Forschungsbedarf zur weiteren Reduzierung von Feinstaub aus Abgasen von Feuerstätten. (Bild: Fraunhofer IBP)

Holz besitzt als einheimischer, nahezu CO2-neutraler und preiswerter Brennstoff eine stark wachsende Bedeutung. So trägt in Deutschland die Verbrennung von biogenen Brennstoffen für Heizzwecke zu 43 % an der Endenergiebereitstellung aus erneuerbaren Energien bei. Die Holzverbrennung kann künftig noch größere Beiträge zum Klimaschutz leisten, wenn es gelingt, die Feinstaubemissionen im Abgas z.B. durch Filter weiter zu reduzieren.

Unter dem Motto »Feinstaub aus Feuerstätten für feste Brennstoffe - Anforderungen, Messwerte und Filter« fand am 21. September 2010 im Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Stuttgart das 4. Fachkolloquium Feuerstätten / Abgasanlagen statt. Über 100 Teilnehmer aus den Bereichen Feuerstättenhersteller, Schornsteinproduzenten, Forschungseinrichtungen, Schornsteinfegerhandwerk, Bauaufsicht und Prüfstellen diskutierten diese Problematiken um Lösungen aufzuzeigen.

Seit März dieses Jahres ist die novellierte Erste Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) gültig, die Anforderungen an Kohlenmonoxid- und Staubkonzentration im Abgas von Holz-Feuerstätten enthält. Wie in einem Vortrag heraus gearbeitet wurde, enthält die Verordnung noch unklare Punkte, die von den zuständigen Umweltministerien in Bund und Ländern mit Unterstützung der Fachöffentlichkeit präzisiert werden müssen. Zudem ist für eine geforderte künftige Messung des Staubgehalts von Feuerstätten noch kein Messverfahren vorhanden. Hier ist es im Interesse der Industrie und Immobilienbesitzer eine vordringliche Aufgabe der Messgerätehersteller sowie der Behörden, diese zu entwickeln und bekannt zu geben.

Neuartige Geräte zur Messung der Partikelanzahl und der Partikelgrößenverteilung in Abgasen waren Gegenstand eines weiteren Vortrags. Die Kenntnis dieser Werte ist wichtig, weil besonders die kleinen Partikel für uns Menschen gesundheitsschädlich sind. Ebenfalls vorgestellt wurden Ergebnisse von Emissionsmessungen an verschiedenen Feuerstätten, aus denen Hinweise für die Konstruktion von Öfen abgeleitet werden können. Breiten Raum nahm die Darstellung von Projekten zur Erforschung, Entwicklung und Markteinführung von Schaumkeramikfiltern ein. So sind bereits Feuerstätten mit im Feuerraum angeordneten Schaumkeramikfiltern auf dem Markt. Die vorgestellten Schaumkeramikfilter in der Abgasanlage hingegen befinden sich noch im Entwicklungsstadium.

»Zur Messung und Reduzierung von Feinstäuben aus Abgasen von Holz-Feuerstätten besteht weiterer Forschungsbedarf«, so Dr.-Ing. Andreas Kalisch, Leiter der Arbeitsgruppe Feuerstätten und Abgasanlagen des Fraunhofer IBP. «Das gebündelte Fachwissen der Forschungseinrichtungen Deutsches Biomasseforschungszentrum Leipzig, Hochschule Zittau/Görlitz, Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme, Dresden, und Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart, steht für die Erforschung weiterer bahnbrechender Projekte bereit».

Quelle: HaustechnikDialog, News vom 29.10.2010

(29.10.2010)


Nach oben