Energiespeicher in Kugelform

Egal ob Kraftwerke, Müllverbrennungsanlagen, Hochöfen oder Zementwerke, alle haben eins gemeinsam: Sie produzieren Energie, sogenannte Abwärme, die ungenutzt in die Atmosphäre entschwindet.

Es ist generell schwierig, diese Wärme über einen längeren Zeitraum hinweg effizient zu speichern. Das soll sich jetzt ändern: Am Zentrum für Angewandte Energieforschung Bayern in Garching hat Andreas Hauer einen Weg gefunden, Wärme langfristig zu speichern. Möglich wird dies durch sogenannte Zeolithe-Kügelchen aus Silizium und Aluminium, die Umweltwärme aufnehmen und nutzbar machen können. Zeolith ist ungiftig, nicht brennbar und ökologisch unbedenklich.

Ein idealer Wärmespeicher

Der Trick: Sind die Kügelchen trocken, speichern sie Energie in rauen Mengen. Sobald sie Feuchtigkeit aufnehmen, sondern sie dieselbe Energie als Wärme wieder ab. Genau das macht das Zeolith zum idealen Wärmespeicher. Es ist ein Mineral mit einer besonders großen inneren Oberfläche: Im Inneren sind die Kügelchen von Hohlräumen und Kanälen durchzogen, die leicht Wasser anziehen.

Sind sie mit Wasser gefüllt und wird nun heiße, trockene Luft hineingeblasen, verdunstet das Wasser, der Zeolith trocknet aus und speichert die Wärme des Wassers. Nimmt der Zeolith jetzt erneut Feuchtigkeit auf, lagert sich von neuem Wasser ein und die gespeicherte Wärme wird wieder freigesetzt.

Was im Labor funktioniert, soll jetzt auch im großen Stil klappen: Ein Container gefüllt mit Zeolithen soll neben einem Aluminiumwerk aufgestellt werden und dessen Abwärme speichern, um sie anschließend an anderer Stelle wieder frei zu geben.

Niedrige Kosten trotz hohem Materialpreis

Obwohl der Preis für Zeolith hoch ist, können die Kosten dafür beispielsweise bei einer Nutzung in Gebäuden in Grenzen gehalten werden. Die heute vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Auflagen, die beim Hausneubau eingehalten werden müssen, lassen den Energieaufwand relativ gering ausfallen, um das komplette Haus zu heizen. Dadurch lassen sich die nötigen Zeolith-Speicher auch klein halten.

Daniel Seemann

Quelle: http://www.cleanenergy-project.de/12829/

(17.11.2010)


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