Der Energieausweis - Konkret

Der Energieausweis wird ab Mitte 2008 für Bestandsgebäude schrittweise eingeführt und ist dann Pflicht bei Vermietung, Verpachtung und Verkauf!

Bei Kraftfahrzeugen oder bei Haushaltsgeräten weiß man als Käufer einiges über den jeweiligen Energieverbrauch. Nicht so als Käufer oder Mieter von Wohnungen und Häusern. Hier erhält man - wenn überhaupt - nur wenig Informationen über deren Energiebedarf.

Fakt ist bisher: Im Bereich Bauen und Wohnen sind objektive Informationen Mangelware und Vergleichsmaßstäbe fehlen gänzlich.

Die Europäische Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden verpflichtet alle Mitgliedsstaaten ein Energieverbrauchsdokument für (alle) Gebäude einzuführen. Dies ist mit der am 26.07.2007 im Gesetzblatt (BGBl. I Nr. 34, S. 1519)) veröffentlichten neuen "Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden - Energieeinsparverordnung (EnEV)" umgesetzt.
Die Verordnung trat am 01.10.2007 in Kraft.

Der Energieausweis für Bestandsgebäude - bei Vermietung, Verpachtung und Verkauf - wird ab 2008 in drei Schritten eingeführt:

  • Die erste Ausweispflicht für Wohngebäude, die bis 1965 fertig gestellt worden sind, greift am 1. Juli 2008.
  • Für Gebäude mit Baujahr ab 1966 sind ab dem 01. Januar 2009 verpflichtend Ausweise auszustellen.
  • Für Nichtwohngebäude und "öffentlich zugängliche Dienstleistungsgebäude" ist als Starttermin der 1. Juli 2009 vorgesehen.

Zwei Varianten: "Verbrauchs-Ausweis" und "Bedarfs-Ausweis"

Es wird zwischen dem Verbrauchs-Ausweis (definiert sich über den tatsächlichen Verbrauch) und dem Bedarfs-Ausweis (definiert sich über den rechnerisch ermittelten Bedarf) unterschieden.

Es besteht eine eingeschränkte Wahlfreiheit von bedarfs- oder verbrauchsbasierten Energieausweisen. Allerdings ist es bis einschließlich 30.09.2008 zulässig, für alle Gebäude frei zwischen bedarfs- und verbrauchsbasierten Energieausweisen zu wählen.

  • Für Wohngebäude mit weniger als 5 Wohneinheiten und einem Bauantrag vor dem 1. November 1977 (§17) ist ein Bedarfsausweis zu erstellen - Ausnahme: Das Gebäude entspricht (mindestens) der WSVO 77.
  • Für alle anderen Gebäude gilt die Wahlfreiheit zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis (Beachte: generelle Wahlfreiheit für alle Gebäude bis 30.09.2008  s. o.).

Auf Basis verbrauchsorientierter Energieausweise können allerdings keine konkreten Verbesserungsvorschläge für ein Gebäude gemacht werden. Eine Energieberatung und insbesondere eine Beantragung von öffentlichen Fördermitteln setzt immer eine Bedarfsberechnung voraus und bedingt somit auch einen Bedarfsausweis.

Alle Ausweise haben eine Gültigkeit von 10 Jahren ab Ausstellungsdatum. Dies trifft übrigens auch auf den dena Gebäudepass oder den Energiepass Sachsen zu, da diese Pässe quasi die Anforderung der neuen EnEV bereits erfüllen.

Ziel des Energieausweises ist es, den Verbraucher zu informieren und Einsparpotenziale aufzuzeigen. Darüber hinaus soll er ermöglichen, den Energiebedarf von Gebäuden unkompliziert zu vergleichen, was dem potentiellen Mieter, Pächter oder Käufer zu Gute kommt. Allerdings werden in Fachkreisen die möglichen zwei Varianten des Ausweises als eher ungünstig angesehen, da dadurch eine Vergleichbarkeit nur sehr eingeschränkt möglich ist und zu befürchten ist, das der Verbraucher verunsichert wird.

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Durch unsere mehrjährige Erfahrung in der feuerungstechnischen Beratung und die erworbenen Qualifikationen als geprüfte Energieberater [Gebäudeenergieberater (HWK)], verfügen wir über entsprechende Erfahrung und Kompetenz.

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